Hartwig Thim

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hartwig Thim aus dem Wiki der irrationalen Überzeugungssysteme Psiram.

Hartwig Thim


Hartwig Thim' (geb. 18. März 1935, Wels) studierte Elektrotechnik an der TU Wien und promovierte 1964 zum Doktor der technischen Wissenschaften. Bis 1969 war er anschließend Mitarbeiter der Bell Telephone Laboratories, Murray Hill, New Jersey, USA, bevor er Leiter der Mikrowellenabteilung des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik in Freiburg i. Br. wurde. An Universitätsprofessor und Institutsvorstand wechselte Thim anschließend zum Institut für Industrielle Elektronik der TU Wien. Diese Position hatte er bis 1985 inne. Danach wurde er Vorstand des Institutes für Mikroelektronik der Johannes Kepler Universität Linz.[1] Zwischen 1991 und 1993 war Thim Dekan der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der JKU. Er emeritierte 2003.

Hartwig Thim ist als hartnäckiger Gegner der Einsteinschen Relativitätstheorien bekannt. Seit seiner Emeritierung kann er sich seiner Rolle als „Scientific Crank“ ohne Einschränkungen widmen und es vergeht kaum ein Monat, in dem Thim nicht eine neue Hypothese von sich gibt, mit der er glaubt, Einstein widerlegt zu haben.

Thim ist Mitglied der Natural Philosophy Alliance (NPA) und war Mitglied im inzwischen aufgelösten Verein Gesellschaft zur Förderung der wissenschaftlichen Physik.

Inhaltsverzeichnis

Experiment zum transversalen Dopplereffekt

Schematischer Aufbau von Thims Experiment[2]

Thim glaubt, die Relativitätstheorie in einem Mikrowellenexperiment widerlegt zu haben.[2] In dem Experiment passiert eine elektromagnetische Welle zwei gegenläufig rotierenden Platten, was nach Thims Ansicht eine Querbewegung zwischen Sender und Empfänger bedeute. Für diesen Fall sagt die Spezielle Relativitätstheorie den so gen. transversalen Dopplereffekt voraus,[3] d.h. die Frequenz des Signals müsste nach Durchlaufen der Vorrichtung niedriger sein. Aus der benutzten Frequenz von 33 GHz und der Größe und Drehzahl der rotierenden Scheiben berechnet Thim eine Abnahme der Frequenz von etwa 0,001 Hz, ein sehr kleiner Wert, der aber mit seiner Apparatur hätte messbar sein sollen. Da er diese Frequenzverschiebung nicht festgestellt hat, folgert er, dass die spezielle Relativitätstheorie falsch sei. Tatsächlich ist bei Thims Konstruktion aber überhaupt keine Querbewegung zwischen Sender und Empfänger vorhanden und deshalb auch keine Frequenzverschiebung zu erwarten.[4][5]

Äther

Thim ist auch Anhänger der durch die Relativitätstheorie obsolet gewordenen Äther-Theorie, die besagt, dass auch Licht (bzw. allgemeiner elektromagnetische Wellen) genau wie Wasserwellen oder Schallwellen an einen materiellen Träger gebunden seien, den Äther. Seiner Ansicht nach erlaube das bekannte Michelson-Morley-Experiment aus dem Jahr 1887 keine Aussage zum Vorhandensein des Äthers.[6] Er behauptet, dass für die mathematische Erklärung des Michelson-Morley-Experiments bisher immer fälschlich die Gruppengeschwindigkeit des Lichts verwendet wurde, stattdessen aber die Phasengeschwindigkeit herangezogen werden müsse. Und mit dieser ergebe sich eine richtungsunabhängige Lichtgeschwindigkeit (das ist das Ergebnis des Michelson-Morley-Experiments) auch mit einem lichttragenden Äther. Thim ignoriert dabei jedoch, dass bei monochromem und unmoduliertem Licht, wie es im Experiment benutzt wurde, Phasen- und Gruppengeschwindigkeit gleich sind.[7]

Weblinks

Quellennachweise

  1. Em. Prof. DI. Dr. Hartwig Thim, Microelectronics and Microsensors, Institute, Johannes Kepler University, 4040 Linz, Austria. http://www.ime.jku.at/staff/thim.htm
  2. 2,0 2,1 Thim HW (2003): Absence of the Relativistic Transverse Doppler Shift at Microwave Frequencies. IEEE Transactions on Instrumentation and Measurement 52(5), 1660-1664
  3. Der "normale" und sehr viel stärker ausgeprägte Dopplereffekt ist der longitudinale Dopplereffekt, der auch in der klassischen Physik bekannt ist und bei dem sich Sender und Empfänger aufeinander zu oder voneinander weg bewegen. Dabei erscheint die Sendefrequenz am Empfänger erhöht oder vermindert. Ein bekanntes Beispiel ist der Klang der Sirene eines vorbeifahrenden Krankenwagens.
  4. Sfarti A (2010): Comment on "The Case of Absence of Transverse Doppler Effect". IEEE Transactions on Instrumentation and Measurement 59(2), 494
  5. Tom Roberts: What is the experimental basis of Special Relativity? Im Abschnitt Experiments that Apparently are NOT Consistent with SR/GR geht Roberts kurz auf Thims Experiment ein: This experiment uses antennas mounted on a rotating disk inside a pair of metal enclosures to attempt to measure the transverse Doppler effect. Unfortunately the author fails to realize that he has merely constructed two closed RF cavities with a rotating coupler between them. That is, the “antennas” he mounted on the rotating disk are not free, and reflections from the surrounding walls completely dominate the RF pattern inside his apparatus, setting up wave patterns in what amounts to a coupled pair of untuned RF cavities. As the input and output of the enclosure have no relative motion, no frequency shift is predicted, in agreement with his measurement. This experiment does not actually test transverse Doppler at all, and it is fully consistent with SR.
  6. Hartwig Thim (2006): The Long History of the Mass-Energy Relation. Vortrag auf der Jahrestagung der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft (ÖPG)
  7. Hartwig Thim und sein Unsinn über das Michelson-Morley Experiment RelativKritisch, 11. Januar 2011
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